standard
Du darfst über das Minimum hinaus Daten ergänzen, mit einer Bedingung
Freiwillige Daten sind im DPP erlaubt, solange sie Genauigkeit und Interoperabilität nicht gefährden und klar von den Pflichtfeldern getrennt sind.
Sobald ein Unternehmen verstanden hat, was sein digitaler Produktpass (DPP) enthalten muss, lautet die nächste Frage meist, ob er mehr enthalten darf. Zertifizierungen, auf die die Marke stolz ist, Details zur Herkunft, Informationen zu Handwerk und Verfahren, Garantiebedingungen.
Die Antwort ist ja, mit einer Bedingung, die mehr zählt, als sie zunächst scheint.
Was die Verordnung zulässt
Zusätzliche freiwillige Datenpunkte dürfen aufgenommen werden, sofern Datenrichtigkeit, Interoperabilität und Funktionsfähigkeit des Passes nicht beeinträchtigt werden. Und die freiwilligen Datenpunkte müssen klar von den verpflichtenden getrennt sein.
Dieser zweite Satz ist der, um den herum man entwerfen muss.
Warum die Trennung die ganze Regel ist
Ein Pass wird von Systemen ebenso gelesen wie von Menschen. Eine Marktüberwachungsbehörde, die ein Pflichtfeld abfragt, muss das Pflichtfeld bekommen, keine Marketingaussage, die denselben Platz belegt. Ein Recycler, der die Materialzusammensetzung auswertet, braucht die regulierten Zusammensetzungsdaten, nicht die Erzählung eines Lieferanten darüber.
Beides zu mischen verschlechtert den Datensatz für alle, die ihn lesen, und schafft dir ein Compliance-Problem: Wenn eine Behörde nicht unterscheiden kann, welche Aussagen du nach der Verordnung machst und welche du freiwillig ergänzt, werden alle als Erstere behandelt.
Freiwillige Daten sind also eine Chance mit einer Architekturanforderung. Der Datensatz braucht von Anfang an zwei klar getrennte Zonen, und diese Trennung nachträglich einzuziehen, wenn die Daten gemischt sind, ist schmerzhaft.
Wo die Chance wirklich liegt
Drei Fälle, in denen sich freiwillige Daten ihren Platz verdienen.
Aussagen, die du ohnehin anderswo machst. Zertifizierungen, Normen, Prüfergebnisse, die schon auf deiner Website oder Verpackung stehen. Sie in die freiwillige Zone des Passes zu legen heißt, dass sie mit dem Produkt ankommen, statt den Käufer auf deine Website zu schicken.
Daten, nach denen ein Einkäufer immer wieder fragt. Wenn dieselbe Frage in jedem Ausschreibungsfragebogen auftaucht, macht eine einmalige Antwort im Pass aus einer wiederkehrenden Handarbeit eine Abfrage.
Herkunft und Handwerk. Für Premiumprodukte ist das echt wertvoll, und der Pass ist ein besserer Träger als ein Anhänger, weil er sich nicht vom Objekt trennen lässt und aktualisiert werden kann.
Zwei Warnungen
Jede freiwillige Aussage bleibt eine öffentliche Aussage. Die Genauigkeitsbedingung gilt auch für sie. Eine Nachhaltigkeitsbehauptung zu ergänzen, die du nicht belegen kannst, wird nicht sicherer, weil das Feld optional war, und Verbraucher können Schadensersatz für Schäden durch nicht konforme Produkte verlangen, unabhängig davon, in welcher Zone eine Aussage steht.
Menge ist nicht Wert. Ein mit optionalen Feldern überfüllter Pass ist für jeden Leser schwerer zu nutzen, und die Pflichtdaten entscheiden, ob das Produkt verkauft werden darf. Bring zuerst die Pflichtzone in Ordnung und belege sie.
Der praktische Ansatz
Entwirf den Datensatz vom ersten Tag an mit zwei getrennten Zonen, auch wenn die freiwillige zunächst leer bleibt. Behandle die freiwillige Zone dann als Produktentscheidung mit Verantwortlichem statt als Ort, an dem jedes Team ein Feld ergänzen darf, und halte sie am selben Nachweisstandard wie die Pflichtzone.
Quellen
- Europäische Kommission, *Digital Product Passport: Frequently Asked Questions*, Aktualisierung
- Januar 2026, Frage 22 zu freiwilligen Datenpunkten, Frage 30 zu Schadensersatzrechten der
- Verbraucher.